Kooperationen

Heidelberg Pharma unterhält Kooperationen und Lizenzabkommen mit akademischen und klinischen Einrichtungen sowie mit Pharma- und Biotechunternehmen in Europa und Nordamerika. Partnerschaften stellen einen wichtigen Baustein der Kommerzialisierungsstrategie des Unternehmens dar. Heidelberg Pharma konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung seiner proprietären ATAC-Technologie und arbeitet daran, die Forschungskooperationen zu längerfristigen und umfassenderen Lizenzvereinbarungen weiterzuentwickeln sowie weitere Material Transfer Agreement (MTA)-Partner für Evaluationsprojekte zu gewinnen. In diesem Modell bringt Heidelberg Pharma ihre Toxin-Linker-Technologie als Sachleistung und jeweils andere Biotechnologieunternehmen deren klassische Antikörper oder neuartige Antikörperformate, wie z. B. Antikörperfragmente, in die Kooperation ein. Es sollen gemeinsam neuartige ATACs bis zu einem präklinischen Stadium entwickelt werden, in dem Wirksamkeit und Verträglichkeit aussagekräftig beurteilt werden können. Mit dem jeweiligen Partner wird später entschieden, ob eine gemeinsame klinische Entwicklung darstellbar ist, oder ob eine unmittelbare Lizenzierung oder Veräußerung des Produkts an Dritte bevorzugt wird. Zu den Entwicklungspartnern der ATAC-Technologie gehören beispielsweise MabVax, Nordic Nanovector und Takeda.

Für die bisherigen klinischen F&E-Projekte der Heidelberg Pharma AG, die zukünftig nur gemeinsam mit Lizenzpartnern weiterentwickelt werden sollen, wurden bereits Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften geschlossen. Aus der Auslizenzierung von MESUPRON® und REDECTANE® können Vorab- und Meilensteinzahlungen und, im Falle einer erfolgreichen Entwicklung und Marktzulassung der Produktkandidaten, Umsatzbeteiligungen fließen. Das gilt auch für eine potenzielle Partnerschaft für RENCAREX®.

Seit Februar 2015 besteht eine Entwicklungspartnerschaft mit dem US-Unternehmen MabVax, San Diego, USA. Die Technologie von MabVax basiert auf der protektiven Immunantwort von Patienten, die eine Immunisierung durch proprietäre Vakzine erhalten haben. Aus diesen Patienten werden Antikörper isoliert, die gegen den entsprechenden Tumor gerichtet sind. MabVaxs HuMab-5B1 Antikörper ist daher vollständig human und gegen ein bestimmtes Oberflächenantigen gerichtet. Das aus dem HuMAb-5B1 Antikörper von MabVax und dem Toxin Amanitin von Heidelberg Pharma gebildete Antikörper-Amanitin-Konjugat befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung in der Indikation des metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebses.

Ende Oktober 2016 konnte mit Nordic Nanovector ASA, Oslo, Norwegen, einem Biotech-Unternehmen mit Fokus auf der Entwicklung und Kommerzialisierung von neuartigen, zielgerichteten Therapeutika in der Hämatologie und Onkologie, eine Forschungskollaboration vereinbart werden. Im Rahmen der Vereinbarung sollen neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (Antibody Drug Conjugates, ADCs) zur Behandlung von Leukämien entwickelt werden. Leukämien sind eher seltene Krankheiten mit einem hohen, bislang nicht gedeckten medizinischen Bedarf.

Eine weitere exklusive Forschungsvereinbarung besteht seit Juni 2017 mit Takeda Pharmaceutical Company Limited für mehrere Zielmoleküle zur gemeinsamen Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (Antibody Drug Conjugates – ADCs) mit dem Wirkstoff Amanitin. Im Rahmen der exklusiven Forschungsvereinbarung wird Heidelberg Pharma Antikörper-Amanitin-Konjugate (ATACs) unter Verwendung von Antikörpern aus Takedas proprietärem Portfolio für bis zu drei Zielmoleküle herstellen. Takeda erhält dabei die Option für die exklusive Lizenzierung der weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte aller Produktkandidaten, die aus der Zusammenarbeit hervorgehen. Sollte Takeda die Option ausüben, ist der Partner sowohl für die weitere präklinische und klinische Entwicklung als auch für die mögliche Vermarktung aller lizenzierten Produktkandidaten verantwortlich.

 

Partnerschaften in Entwicklung und Vermarktung weiterer Produkte

RENCAREX®

Der Antikörper RENCAREX® (INN: Girentuximab) wurde in einer klinischen Zulassungsstudie der Phase III zur adjuvanten Behandlung von nicht-metastasiertem, klarzelligen Nierenkrebs getestet. Im Oktober 2012 hat WILEX bekannt gegeben, dass RENCAREX® in der klinischen Zulassungsstudie der Phase III den primären Endpunkt, die Verbesserung des medianen krankheitsfreien Überlebens (DFS), nicht erreicht hat. Die Studie wurde deshalb beendet.

Heidelberg Pharma AG hat mit dem spanischen Pharmaunternehmen Laboratorios del Dr. Esteve, Barcelona, Spanien, im April 2004 für einige Länder Südeuropas (Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Andorra) eine Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft abgeschlossen. (Pressemitteilung)

REDECTANE®

Bei REDECTANE® (INN: 124I-Girentuximab) handelt es sich um eine radioaktiv markierte Form des monoklonalen Antikörpers Girentuximab, der an das tumorspezifische Antigen Carbonische Anhydrase-9 (CAIX), das auf der Oberfläche von Krebszellen des klarzelligen Nierenzellkarzinoms exprimiert wird, bindet. Es wurde gezeigt, dass REDECTANE® mit PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie/ Computertomographie), dem derzeit üblicherweise genutzten CT in der Diagnostik von klarzelligen Nierenzellkarzinomen, eindeutig überlegen ist.

Heidelberg Pharma AG hat im Januar 2017 mit dem australischen Unternehmen Telix Pharmaceuticals Limited einen weltweiten Lizenzvertrag zur Entwicklung und Vermarktung von REDECTANE® abgeschlossen. (Pressemitteilung)

MESUPRON®


MESUPRON® (INN: Upamostat) ist ein Inhibitor des uPA-Systems und stellt nach Ansicht der Gesellschaft einen vielversprechenden neuen, nicht zytotoxischen Ansatz zur spezifischen Hemmung von Metastasierung und Primärtumorwachstum bei soliden Tumoren dar. Der Medikamentenkandidat MESUPRON® wird zur möglichen Anwendung bei einer Vielzahl solider Tumorerkrankungen entwickelt. Heidelberg Pharma AG hält die weltweiten Vermarktungsrechte an sämtlichen Produkten seines uPA-Programms, darunter die folgenden Entwicklungskandidaten:

  • Oraler uPA- und Serinproteasen-Inhibitor MESUPRON® (in Phase II-Studien bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebs)
  • Mehrere andere auf das uPA-System fokussierte Wirkstoffe (in Forschungsphasen)

Heidelberg Pharma AG hat im März 2014 mit dem chinesischen Unternehmen Link Health Group eine Lizenz- und Entwicklungspartnerschaft für MESUPRON® für China abgeschlossen. (Pressemitteilung)

Ende Juni 2014 folgte eine zweite Lizenz- und Entwicklungspartnerschaft mit dem israelischen Unternehmen RedHill Biopharma Ltd., die alle Gebiete außerhalb Chinas umfasst. (Pressemitteilung)

Strategische Allianzen

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