Strategie

Heidelberg Pharma arbeitet daran, einen völlig neuen Behandlungsansatz für die Krebstherapie zu entwickeln. Dieser Ansatz beruht auf der Hemmung der RNA Polymerase II durch den Wirkstoff Amanitin und hat das Potenzial, aktuelle Herausforderungen in der Krebstherapie wie die Resistenzbildung, die Abtötung nicht teilender Tumorzellen und die Verbesserung der Wirksamkeit bei besonders aggressiven Tumoren anzugehen. Der Wirkstoff wird dazu über Antikörper durch die Verwendung der sogenannten ADC-Technologie gezielt in Krebszellen gebracht. Dazu wird der Wirkstoff über einen geeigneten chemischen Linker an den Antikörper gebunden. Nach der Aufnahme in die Krebszellen wird der Wirkstoff dort freigesetzt und tötet die Krebszelle.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Vermarktung der proprietären ATAC-Technologie (Antibody Targeted Amanitin Conjugates – ATACs). Kernelemente sind der Ausbau der eigenen Projektpipeline, die Anbahnung von Forschungs-/Optionsverträgen und deren Erweiterung auf langfristige Lizenzvereinbarungen sowie die Verbreiterung der Technologiebasis.

Es werden auf Grundlage lizenzierter Antikörper eigene ATAC-Moleküle hergestellt, als F&E-Kandidaten getestet und damit eine eigene Pipeline aufgebaut. Um dies zu ermöglichen, wurden in den vergangenen Jahren geeignete Antikörper einlizenziert, in umfassenden Prozessen ausgewählt und optimiert. Der derzeit am weitesten fortgeschrittene proprietäre ATAC-Kandidat HDP-101 soll erstmals in Patienten in der Indikation Multiples Myelom getestet werden. Die klinische Entwicklungsstrategie sieht vor, die Anträge für die Phase I (Dosiseskalation) und Phase IIa (Dosisexpansion) zeitgleich in den USA und in Deutschland einzureichen. Mit dem Start des klinischen Studienprogramms wird frühestens 2020 gerechnet.

Parallel werden weitere proprietäre ATAC-Kandidaten präklinisch auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Aus diesem ATAC-Portfolio sollen weitere Entwicklungskandidaten als Folgeprojekte nominiert werden.

Mit biopharmazeutischen Unternehmen werden Forschungs-/Options- und Lizenzverträge über die Entwicklung und Kommerzialisierung von ATAC-Kandidaten abgeschlossen, um das therapeutische Potenzial auf deren Antikörper zu testen und zu übertragen. Hierzu stellt Heidelberg Pharma das Toxin Amanitin in GMP-Qualität und die Amanitin-Linker-Technologie und zur Verfügung.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der ATAC-Technologie werden mit akademischen Gruppen und biotechnologischen Unternehmen neue Zielmoleküle bzw. Antikörper und alternative Konjugationsverfahren erprobt. Diese Arbeiten sollen systematisch fortgeführt werden, um weitere Projektkandidaten zu identifizieren oder den Lizenzpartnern weitere Möglichkeiten der Produktoptimierung zu bieten.

Des Weiteren betreibt Heidelberg Pharma ein präklinisches Servicegeschäft für pharmakologische Studien für andere Forschungsunternehmen und zur eigenen Verwendung im Rahmen der ATAC-Technologie.

Unabhängig von der ATAC-Technologie verfügt Heidelberg Pharma über ein reiferes klinisches Portfolio, das durch Lizenzpartner weiterentwickelt und verwertet werden soll. Die ehemaligen Produktkandidaten REDECTANE® und MESUPRON® wurden dazu bereits an Partner lizenziert. Sollten die Kandidaten zugelassen und vermarktet werden, erhält Heidelberg Pharma Meilensteinzahlungen.

Heidelberg Pharma ist kurz- bis mittelfristig noch nicht in der Lage, die eigene F&E-Tätigkeit vollständig aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Stabile Umsätze aus dem Servicegeschäft und steigende Zahlungen aus den Technologiekooperationen von Heidelberg Pharma Research oder aus Lizenzverträgen sollen einen Beitrag zur Finanzierung der eigenen Entwicklungsarbeiten leisten. Darüber hinaus ist es abhängig vom Entwicklungsplan weiterhin notwendig, Finanzmittel für die Produktentwicklung über den Kapitalmarkt zu beschaffen.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.